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bjarne Konstantin

Die Faszination der italienischen Hauptstadt trieb nicht nur Goethe um – dem süßen Leben konnten sich auch die Lateiner des zehnten Jahrgangs nicht entziehen. Von Vanessa Filipovic, 10b

Als Goethe auf seiner Italienischen Reise Rom betritt, ist er so fasziniert, dass er die Rückreise mehrmals aufschieben sollte. Zwar hatte er die Antike schon zu Hause studiert, doch ist ihm die Begegnung vor Ort eine überwältigende Erfahrung: „Es geht […] ein neues Leben an, wenn man das Ganze mit Augen sieht, das man teilweise in- und auswendig kennt“.

Dasselbe Erlebnis hat uns Lateinschüler der zehnten Klasse erweckt, als wir uns – nach fünf Jahren Vokabelpaukens und Deklinierens  für eine Woche am Nabel der Welt wiederfanden.

Italiens Hauptstadt ist eine Metropole. Tausend Museen, antike Ruinen und verwinkelte Piazzas bezeugen die längste und prächtigste Historie; nicht ohne Grund ist sie die „Ewige Stadt“.

Auf dem antiken Rom lag der erste Schwerpunkt unserer Reise. Wir haben uns gegenseitig durch Kolosseum, Konstantinsbogen, Kapitol und Forum Romanum geführt. Architekten und Ingenieure der ganzen Welt finden in diesen Bauten ihre Vorbilder, was besonders beeindruckt, wenn man demütig unter der riesigen Kuppel des Pantheons steht oder eine Münze in die Fontana di Trevi, den berühmtesten Brunnen der Welt, wirft.

Wo konnten wir die Stadt am besten überblicken? Am ersten Tag hat sich uns dafür das monströse Nationalmonument für Vittorio Emanuele II., den ersten König des geeinten Italiens, geboten. Auf dem von Kritikern zu Unrecht als „Hochzeitstorte“ verspotteten Vittoriano bewachen respekteinflößende Gardesoldaten das Grab des unbekannten Soldaten. Am nächsten Tag haben wir die Grenze zum Vatikanstaat überschritten und an einer Papstaudienz teilgenommen. Führungen durch das Gefängnis der Päpste, die Engelsburg, die sich direkt am Tiber befindet, und den Petersdom haben wir zwar durch langes Anstehen erkaufen müssen – aber wer wollte sich beschweren, wenn ihm Zutritt zur bedeutendsten Kirche der katholischen Christenheit gewährt wird?

St PeterRom ist überwältigend. Die Villa Borghese, deren Galerie zu den wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt zählt, und die Kapitolinischen Museen haben uns ganz erfüllt. Haben Sie die kapitolinische Wölfin, eine lebensgroße Bronzefigur der Lupa, die die beiden mythischen Gründer Roms, Romulus und Remus, säugt und immer wieder Thema des Lateinunterrichts war, schon einmal zum  Anfassen nah gesehen?

Am letzten Tag wurden wir durch die geheimnisvollen vatikanischen Gärten geführt – mit einem Halt direkt vor dem Wohnsitz des vormaligen Papstes, des deutschen Benedikt XVI. Über einen Geheimgang fanden wir auch Zugang zu den Vatikanischen Museen, in denen wir uns wegen des Abflugtermins – horribile dictu – auf wenige Highlights  beschränken mussten.

Neben der Hochkultur hatten wir Schüler ein wenig Zeit, allein die Stadt zu erkunden – die meisten von uns trieb es in die Einkaufsstraße Via del Corso. Weil wir in der Herberge – einem von Nonnen geführten Hostel für Pilger – nur Frühstück bekamen, konnten wir unseren Zeitplan, abgesehen von ein paar festen Besichtigungsterminen, selbst bestimmen. Deshalb suchten wir während unseres gesamten Aufenthaltes oft alle zusammen viele verschiedene Restaurants auf, um uns durch die italienische Küche zu probieren. 

Die einzige Crux, wenn man so will: Unsere Unterkunft lag zentral – Kolosseum, Caracalla-Thermen und Circus Maximus standen nur fünf Minuten zu Fuß entfernt. Wir durften daher nur bei sehr weiten Strecken den Bus nehmen und sind so an jedem Abend wie ein Stein ins Bett gefallen.pizzaessen

Goethe blieb bis zum Ende seines Lebens von seinem Besuch in Rom beeindruckt: „Ja ich kann sagen, daß ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen; ich bin, mit meinem Zustande in Rom verglichen, eigentlich nachher nie wieder froh geworden.“ Jedem, der einmal in Rom war, muss er damit aus der Seele sprechen. Rom ist aufregend und liebenswert und wirklich groß.

 

 

   

Zukunft braucht Herkunft Lernt Latein und Griechisch

   

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