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Wurzacher Altar, Fluchtgeschichten und Hitlers Schreibtisch – mit der 10c auf einem  Streifzug durch die Geschichte der Hauptstadt.

 Wie viele Kilometer sind es bis zum 15. Jahrhundert? Genau sieben. Zumindest wenn man vom Hostel Friedrichshain zum Wurzacher Altar in die Berliner Gemäldegalerie eilt. Kunstwerke wie dieses sind der Grund, weshalb die Gemäldegalerie es mit dem Louvre aufnehmen kann. Die Highlights der Kunstgeschichte bis zum 18. Jahrhundert haben wir hier studiert und uns danach in der Alten Nationalgalerie der Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmet. Über einen roten Teppich schreitet man dort die Marmortreppe hinauf in die Ausstellungsräume. Neben Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ und den impressionistischen Klassikern von Manet bis Monet faszinierte uns ein Bild besonders, die „Toteninsel“ von Arnold Böcklin: Es war eines der Lieblingsbilder Adolf Hitlers und hing in der Neuen Reichskanzlei über dessen Schreibtisch. Offenbar hatte er sich vorgestellt, nach seinem Tode wie Napoleon eine Grabstätte auf einer kleinen Insel zu finden. Von der Jahrhundertwende aus sind wir zum modernen jüdischen Museum gegangen. Dessen Architektur spiegelt die jüdische Geschichte wider. Ansteigende, sich überkreuzende unterirdische Gänge symbolisieren die schwierigen Fluchtwege der Juden. Besonders ein
drücklich war ein dunkler leerer Raum, der mit hohen Betonwänden gesäumt ist. Ein einziges winziges Fenster lässt Licht einströmen. Man wird darin von Stille umfasst, fühlt sich einsam und verloren – ein Gefühl, das das grausame Schicksal der Verfolgten für einen kurzen Moment erfahrbar machen soll. Anschließend ging es von den jüdischen Flüchtlingen zu den Flüchtlingen der DDR. Im Notaufnahmelager Marienfelde haben wir alles über die Flucht aus der DDR in die BRD erfahren. In Kleingruppen haben wir uns dort eine Führung durch die Räume erarbeitet, es ging dabei um Fluchtgründe, Fluchtwege und um das Aufnahmeverfahren im Westen. Wir haben in den verschiedenen Räumen viele Einzelschicksale kennengelernt, Familien wurden getrennt, junge Frauen verhaftet und Eltern beim Fluchtversuch erwischt. Aus dem späteren 20. Jahrhundert ist uns vor allem das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen im Gedächtnis geblieben, in dem zum größten Teil Unschuldige inhaftiert waren. Erschüttert waren wir dort über die unmenschlichen und erniedrigenden Zustände. Die Häftlinge wurden nach der Festnahme nackt von den Gefängniswärtern auf unerlaubte Gegenstände kontrolliert. Dann wurden sie in ihre Zelle geführt, die in den ersten Jahren des Gefängnisses nur aus einer Holzpritsche und einem Toiletten-Eimer bestanden hatte. Der Ku‘damm erinnerte uns durch einen mit Kerzen und Blumen geschmückten Schrein an den Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr. Menschenverachtende Taten gibt es nicht nur in der Vergangenheit, sie drohen auch uns. Am Ende unserer Reise durch die Jahrhunderte sind wir im Jahr 2017 angekommen und haben die Bundestagsabgeordnete unseres Landkreises, Kathrin Rösel, getroffen. Sie hat uns über ihre Arbeit und Ziele informiert und viele unserer Fragen beantwortet. Wir haben in ihr eine engagierte Vertreterin in Berlin. Nach dem Gespräch sind wir auf die Reichstagskuppel gestiegen und haben bei einem weiten Blick über Berlin alle Sehenswürdigkeiten Revue passieren lassen.

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Von Finnja H. und Mareile K.

   

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Schule ohne Rassismus

 

 

 

 

 

 

 

   
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